Losung für heute

Donnerstag, 23. Februar 2012
Fürchte dich nicht, denn du sollst nicht zuschanden werden.
Christus spricht: Wenn man euch abführt und vor Gericht stellt, dann sorgt euch nicht im Voraus, was ihr reden sollt, sondern was euch in jener Stunde eingegeben wird, das redet. Denn nicht ihr seid es, die reden, sondern der heilige Geist.


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Weltgebetstag 2012 PDF Druckbutton anzeigen? E-Mail


Informiert Beten – Betend Handeln

WGTDer Weltgebetstag ist eine weItweite Basisbewegung von christlichen Frauen. Jedes Jahr, immer am ersten Freitag im März, feiern Frauen, Männer, Kinder weltweit den Weltgebetstag (WGT). Der Gottesdienst wird jedes Jahr von Frauen aus einem anderen Land vorbereitet. Diese Frauen sind Mitglieder in unterschiedlichen christlichen Kirchen. In unzähligen Gemeinden in ganz Deutschland organisieren und gestalten Frauen den Weltgebetstag. Auch sie arbeiten in ökumenischen Teams zusammen. Weltgebetstag – das ist gelebte Ökumene! Weltgebetstags-Engagierte übernehmen Verantwortung. Weltweit und vor ihrer Haustür. Ganz nach dem Motto des Weltgebetstags: „Informiert Beten – Betend Handeln“ („Informed Prayer – Prayerful Action“).

Steht auf für Gerechtigkeit

Der nächste Weltgebetstag findet am Freitag, den 2. März 2012, statt. Das Thema lautet „Steht auf für Gerechtigkeit“. Vorbereitet wurde er von Frauen aus dem südostasiatischen Land Malaysia. Die Malaysierinnen zeigen uns in ihrem Gottesdienst, warum wir gerade als Christinnen und Christen verpflichtet sind, gegen Ungerechtigkeit in unserer Gesellschaft einzutreten. Und für Gerechtigkeit aufzustehen.
MalaysiaAls Bewegung ist der Weltgebetstag bereits vor über 100 Jahren in den USA und Kanada entstanden. Dort haben Frauen in der äußeren und der inneren Mission ökumenische (also konfessions-übergreifende) Gebetstage veranstaltet. 1927 wird dann erstmalig ein weltweiter Gebetstag gefeiert, an dem sich auch bereits in Deutschland methodistische Frauen beteiligen. Das Jahr 1949 wurde dann zur eigentlichen „Geburtsstunde“ der Bewegung in Deutschland. In Stein in der Nähe von Nürnberg wurden 1949 erstmals in großer Auflage Gottesdienstordnungen gedruckt. Diese wurden deutschlandweit verschickt. Die Auflage lag damals bereits bei 10.000. Zum Vergleich: Heute werden ungefähr 1 Million Gottesdienstordnungen jährlich gedruckt. 2009 feierte die Weltgebetstagsbewegung in Deutschland ihr 60-jähriges Jubiläum.

Bei den WGT-Feiern sind Frauen über Konfessionsgrenzen und über Ländergrenzen hinweg in Verbindung. Das Motto der Weltgebetstagsbewegung heißt  „Informiert Beten, Betend Handeln“:?„Informiert Beten“ findet statt, wenn der Gottesdienst der Frauen aus einem anderen Land gefeiert wird. Die Gottesdienstbesucherinnen und -besucher erfahren viel über das Leben von Frauen in anderen Ländern und darüber wie Frauen dort die Bibel lesen und deuten. ?„Betendes Handeln“ heißt –  im Gedanken dieser christlichen, schwesterlichen Solidarität –  Gaben austauschen. Das können Engagement und Zeit sein, aber auch materielle Güter.

Steht auf für Gerechtigkeit –  Zum Weltgebetstag aus Malaysia am 2. März 2012

WGT 2012Wie lässt sich ein Staat regieren, dessen zwei Landesteile – getrennt durch das Südchinesische Meer – über 500 Kilometer auseinander liegen? Ein Land, dessen rund 27 Mio. Einwohnerinnen und Einwohner unterschiedliche ethnische, kulturelle und religiöse Wurzeln haben. Mit Kontrolle, mit Reglementierungen, mit Religion? Die Regierung des südostasiatischen Landes Malaysia versucht mit allen Mitteln, Einheit und Stabilität zu erhalten. Der Islam ist in Malaysia Staatsreligion. Alle Malaiinnen und Malaien (rund 50%) sind von Geburt an muslimisch. Chinesisch-stämmige (23,7%) und indisch-stämmige Menschen (7%), indigene Völker (11%) und Menschen anderer Herkunft (7,8%) gehören größtenteils dem Buddhismus, Hinduismus, Christentum und anderen Religionen an. Für sie gilt nur theoretisch Religionsfreiheit. Immer wieder kommt es jedoch zu Benachteiligungen der religiösen Minderheiten und zu politisch-instrumentalisierten Konflikten. So versucht man z.B. durchzusetzen, dass der Gottesname „Allah“ den Muslimen vorbehalten bleibt und Christen den Vater Jesu Christi nicht öffentlich, wie sie es gewohnt waren, „Allah“ nennen dürfen.

MalaysiaMalaysia, seit 1957 unabhängig, gilt als wirtschaftlich aufstrebend und ist als konstitutionelle Wahlmonarchie weltweit einzig. Seine Hauptstadt Kuala Lumpur liegt in Westmalaysia, wo ca. 80% der Bevölkerung leben. Im viel größeren Ostmalaysia, das auf Borneo liegt, leben besonders indigene Völker mit einem hohen Christenanteil.
Malaysia könnte zauberhaft sein: Mit vielen Stränden, fruchtbaren Ebenen an den Küsten, tropischem Dschungel, Hügeln und Bergen bis 4000 m versucht es mit Erfolg, Touristen anzuziehen. Ja, wenn es Korruption, Ungerechtigkeit und vor allem die Menschenrechtsverletzungen nicht gäbe! Aber man spricht unter dem Druck der Regierung am besten nicht darüber. Auch für Christinnen und Christen (gut 9%) kann es gefährlich sein, Kritik zu üben.
Die Weltgebetstagsfrauen haben in ihrer Liturgie einen Weg gefunden, Ungerechtigkeiten, die „zum Himmel schreien“, anzuprangern: Sie lassen die Bibel sprechen. Die harten Klagen des Propheten Habakuk schreien zu Gott. Da sind sie gut aufgehoben. Und die Geschichte von der hartnäckigen Witwe und dem korrupten Richter aus dem Lukasevangelium trifft genau den Lebenszusammenhang der Verfasserinnen und vieler Menschen weltweit. Habakuk, der in seiner Klage – auch gegen Gott – heftig austeilen kann, ermutigt die Christinnen, auch ihrerseits im Gebet ihre Klagen Gott vorzutragen. „Wir sehen, dass unterschiedliche Auffassungen im politischen und religiösen Bereich mit Gewalt unterdrückt werden... Stimmen für Wahrheit und Gerechtigkeit  werden zum Schweigen gebracht. Korruption und Gier bedrohen deinen Weg der Wahrheit, Gott.“ Darf eine Frau so mutig und offen in den politischen Raum hineinreden? Das Bild von der „stumm leidenden malaysischen Frau“, das nicht nur in Männerköpfen immer noch gültig ist, trauen sich die Weltgebetstagsfrauen im Gebet zu widerlegen. Weltweit wollen sie alle Christinnen und Christen am 2. März 2012 aufrufen, aufzustehen für Gerechtigkeit. Ermutigt durch die Zusage Jesu, die sie sechsmal in ihrer Liturgie wiederholen: Selig sind die, die nach Gerechtigkeit hungern und dürsten, denn sie werden satt werden.

Renate Kirsch


In Sittensen findet der Gebetstag in der Freien evangelischen Gemeinde, Mühlenstraße 16, statt.

  • Freitag, 02. März 2012, 19.30 Uhr in der FeG Sittensen